Influenza (Virusgrippe)
Aktualisiert am 06.10.26
Die Influenza ist die echte Virusgrippe, eine Infektionskrankheit also, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Die Virusgrippe tritt gehäuft in den Wintermonaten auf und kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Während die Influenzaviren auch einen milden, einer Erkältung ähnlichen Krankheitsverlauf auslösen können, erkranken manche Betroffene an einer ausgeprägten Influenza mit Fieber, Husten und starker körperlicher Schwäche.
Die Virusgrippe beginnt häufig plötzlich mit Muskelschmerzen, trockenem Husten, Fieber und Schüttelfrost. Eine unkomplizierte Influenza bessert sich meist innerhalb etwa einer Woche, wobei Husten und Erschöpfung noch länger anhalten können. Die Betroffenen können bereits vor dem Auftreten der ersten Beschwerden und noch mehrere Tage nach Krankheitsbeginn ansteckend sein.
In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
Grippe oder Erkältung - der Unterschied
In der Umgangssprache wird zwar häufig auch die Erkältung als Grippe bezeichnet, jedoch unterscheiden sich beide Erkrankungen deutlich in ihrer Ausprägung und im Verlauf.
Eine Erkältung, also der grippale Infekt, wird ebenfalls meist von Viren verursacht, beginnt jedoch schleichend und ruft in der Regel mildere Symptome wie Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen hervor.
Die Influenza beginnt hingegen plötzlich und mit heftigen Beschwerden. Die echte Virusgrippe verläuft meist heftiger als ein grippaler Infekt. Fieber und andere Beschwerden können mehrere Tage anhalten, wohingegen eine Erkältung in der Regel einen milderen Verlauf nimmt. Darüber hinaus können Menschen mit Influenza bereits vor dem Auftreten der ersten Beschwerden und noch mehrere Tage nach Krankheitsbeginn ansteckend sein. Auch nach der akuten Erkrankung können sich Betroffene noch mehrere Tage bis Wochen geschwächt fühlen. Weiterhin ist die Influenza im Gegensatz zum grippalen Infekt eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung.
Hohe Ansteckungsgefahr
Influenzaviren sind hoch ansteckend. Sie werden vor allem über infektiöse Atemwegssekrete übertragen, die beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen freigesetzt werden. Eine Übertragung ist auch über Hände und Oberflächen möglich, wenn diese mit virushaltigem Sekret verunreinigt sind.
Aufgrund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit können Influenzaviren sich insbesondere während der jährlichen Grippewelle schnell verbreiten. In seltenen Fällen können neuartige Influenzaviren auch weltweite Krankheitsausbrüche (Pandemien) verursachen.
Formen der Virusgrippe
Die Influenza kann durch unterschiedliche Influenzaviren ausgelöst werden. Für die saisonale Virusgrippe beim Menschen sind vor allem Influenzaviren des Typs A und B verantwortlich. Influenzaviren des Typs C können ebenfalls Menschen infizieren, verursachen jedoch meist mildere Erkrankungen und spielen für die saisonalen Grippewellen eine geringere Rolle.
Influenzaviren des Typs A werden anhand ihrer Oberflächenmerkmale weiter in verschiedene Subtypen eingeteilt, beispielsweise A(H1N1) und A(H3N2). Beide Subtypen können Bestandteil der saisonalen Influenza sein. Da sich Influenzaviren laufend verändern, wird die Zusammensetzung des saisonalen Grippeimpfstoffs regelmäßig angepasst.
Ursachen
Die Ursache einer Influenza findet sich immer in einer Infektion mit Influenzaviren:
- In der Regel sind A- oder B-Viren ursächlich für Influenzaerkrankungen beim Menschen.
- Influenzaviren des Typs C können ebenfalls den Menschen betreffen, verursachen jedoch meist mildere Erkrankungen.
- Die Viren können sowohl leichte als auch schwere Atemwegserkrankungen auslösen.
Influenzaviren gelangen vor allem über die Atemwege in den Körper, beispielsweise beim Einatmen infektiöser Atemwegssekrete beim Sprechen, Niesen oder Husten. Eine Übertragung ist auch über direkten Kontakt möglich. Typischerweise infizieren die Viren die Schleimhäute der Atemwege und vermehren sich dort. In schweren Fällen können auch die unteren Atemwege und die Lunge betroffen sein.
Superinfektionen
Die Influenza kann den Körper stark belasten und das Risiko für weitere Infektionen erhöhen. Durch die Virusinfektion können die Schleimhäute der Atemwege geschädigt werden, wodurch Bakterien leichter Infektionen verursachen können. Im Rahmen einer Influenza kann es daher zu einer sogenannten Zweit- oder Superinfektion mit Bakterien kommen. Bakterielle Lungenentzündungen sowie Entzündungen der Nebenhöhlen oder des Mittelohres gehören zu den möglichen Komplikationen einer Influenza.
Schneller Ausbruch der Krankheit
Die Inkubationszeit der Influenza ist vergleichsweise kurz. In der Regel machen sich die ersten Symptome ein bis zwei Tage nach der Ansteckung bemerkbar. Menschen, die sich bereits mit dem Grippevirus infiziert haben, aber noch keine Symptome einer Influenza zeigen, können dennoch bereits ansteckend sein. Im Durchschnitt sind Erkrankte ab dem Auftreten der ersten Symptome etwa vier bis fünf Tage ansteckend. Bei Kindern, schwer Erkrankten und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Ansteckungsfähigkeit länger bestehen.1
Risikofaktoren
Grundsätzlich kann die Influenza aufgrund ihrer schnellen Ausbreitung jeden Menschen treffen, dennoch sind einige Personengruppen einem deutlich höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ausgesetzt, darunter vor allem:
- Menschen ab 60 Jahren
- Kinder und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder angeborener bzw. erworbener Immundefizienz
- Schwangere
- Personen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Nieren
- Personen mit Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen
- Personen mit chronischen neurologischen Erkrankungen
- Menschen mit HIV
- Bewohner von Alters- oder Pflegeeinrichtungen
- Medizinisches Personal und Personen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko
- Personen mit häufigem, regelmäßigem und direktem Kontakt zu Schweinen, Geflügel oder Wildvögeln, insbesondere im Rahmen bestimmter beruflicher Tätigkeiten
Symptome einer Virusgrippe
Die echte Grippe kann unterschiedliche Beschwerden mit sich bringen, angefangen von milden Symptomen wie Husten, Müdigkeit und leichtem Schnupfen bis hin zu einem schweren Verlauf mit Fieber, Schüttelfrost und Infektionen der oberen und unteren Atemwege. Typischerweise setzt die Symptomatik einer Influenza plötzlich ein und beginnt meist ein bis zwei Tage nach der Ansteckung.
Erste Anzeichen einer Virusgrippe sind häufig plötzlich auftretende Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und ein trockener Husten. Die weiteren Kernsymptome sind:
- Fieber
- Halsschmerzen
- belegte Stimme
- trockener Reizhusten
- Schmerzen im Bereich des Brustkorbs, die durch den Husten verstärkt werden können
Im weiteren Verlauf der Grippe kann es zu Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Schweißausbrüchen und Übelkeit kommen. Insgesamt fühlen sich Menschen mit einer Virusgrippe häufig sehr geschwächt und erschöpft.
Beschwerdebild einer Superinfektion
Wenn es im Verlauf einer Influenza zu einer bakteriellen Superinfektion kommt, können beispielsweise Rachen-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen auftreten, die ihrerseits weitere Beschwerden mit sich bringen:
- Eine Entzündung der Nebenhöhlen kann beispielsweise mit Kopf- und Gesichtsschmerzen sowie einem Druckgefühl im Gesicht einhergehen.
- Eine Lungenentzündung kann sich unter anderem durch Husten, Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl und Atembeschwerden äußern. In schweren Fällen kann sie lebensbedrohlich sein.
- Die Zweitinfektion muss nicht in jedem Fall bereits während der Influenzainfektion auftreten, sondern kann auch mit zeitlicher Verzögerung einsetzen.
Diagnose
Zu Beginn der Diagnostik erfolgt eine ausführliche Patientenanamnese, anhand derer der Arzt bei typischen Beschwerden meist schon auf eine Influenza schließen kann. Typisch sind neben dem plötzlichen Beginn der Erkrankung auch die ausgeprägten Beschwerden. Auch externe Faktoren wie die Jahreszeit und das aktuelle Auftreten von Influenzafällen geben Aufschluss über das Vorliegen einer echten Virusgrippe.
Um eine Influenza nachzuweisen, kann bei Bedarf ein direkter Erregernachweis durchgeführt werden. Hierzu wird in der Regel ein Abstrich aus dem Nasen- oder Rachenraum entnommen und labordiagnostisch auf Influenzaviren untersucht. Ein solcher Nachweis ist insbesondere bei schweren oder unklaren Krankheitsverläufen sowie bei bestimmten Risikopatienten sinnvoll. In vielen Fällen ist jedoch keine labordiagnostische Bestätigung erforderlich.
Seltenere Untersuchungen
Blutbefunde und bildgebende Untersuchungen sind bei einer unkomplizierten Influenza in der Regel nicht notwendig. Bei Verdacht auf Komplikationen, beispielsweise eine Lungenentzündung, oder bei bestehenden Vorerkrankungen können jedoch weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich sein. Röntgenuntersuchungen geben beispielsweise Aufschluss über Veränderungen in der Lunge. Weitere Untersuchungen wie Blutanalysen oder eine Computertomografie können je nach Beschwerden und vermuteten Komplikationen hinzukommen. Eine Lungenfunktionsprüfung oder Bronchoskopie ist bei einer Influenza dagegen nur in besonderen Fällen erforderlich.
Virusgrippe behandeln
Da die Influenza eine Viruserkrankung ist, beschränkt sich die Therapie in vielen Fällen auf die Linderung der Beschwerden. Antibiotika sind hingegen nicht gegen Influenzaviren wirksam. Sie werden daher nur bei einer bakteriellen Zweitinfektion eingesetzt. Die symptomatische Behandlung der Grippe richtet sich immer nach dem jeweiligen Beschwerdebild. Folgende Medikamente können zum Einsatz kommen:
- Paracetamol oder Ibuprofen gegen Schmerzen und Fieber






- Hustenstiller gegen trockenen Reizhusten












- Lutschtabletten gegen Heiserkeit und Halsschmerzen














- Einreibungen zur unterstützenden Linderung von Erkältungsbeschwerden




- Nasensprays zum Abschwellen der Nasenschleimhaut












Trotz der symptomatischen Behandlung lassen sich die Grippebeschwerden nicht immer vollständig lindern. Die Betroffenen fühlen sich häufig schwach, krank und müde. Ruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können den Körper bei der Genesung unterstützen. Bei Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl ist körperliche Schonung sinnvoll.
Virostatika zur Behandlung der Influenza
Virostatika umfassen eine Gruppe von Medikamenten, die die Vermehrung von Influenzaviren hemmen können. Eine antivirale Therapie sollte möglichst frühzeitig, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, beginnen. Bei schweren oder komplizierten Krankheitsverläufen kann eine Behandlung jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein.
Zu den bei Influenza eingesetzten Virostatika gehören insbesondere Neuraminidase-Hemmer wie Oseltamivir sowie der Polymerasehemmer Baloxavir.
Virostatika hemmen die Vermehrung der Influenzaviren und können dadurch die Krankheitsdauer verkürzen. Sie kommen insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sowie bei schweren oder komplizierten Verläufen zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise ältere Menschen, Schwangere, Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
Ob eine antivirale Behandlung sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Arzt anhand des individuellen Risikos und Krankheitsverlaufs.
Hausmittel unterstützen die Genesung
Da eine Virusgrippe in vielen Fällen von selbst ausheilt und vor allem symptomatisch behandelt wird, können auch Hausmittel dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Genesung zu unterstützen:
- Inhalationen können bei verstopfter Nase und gereizten Atemwegen als angenehm empfunden werden. Dabei sollte auf eine Verbrühungsgefahr durch heißes Wasser geachtet werden.
- Die teilweise erheblichen Halsschmerzen lassen sich beispielsweise durch warme Getränke und Tee lindern.
- Ein Schuss Honig kann insbesondere bei Husten als wohltuend empfunden werden. Gegen hohes Fieber können Wadenwickel bei Erwachsenen als angenehm empfunden werden, sofern kein Schüttelfrost besteht.
Allgemein empfiehlt es sich, sich in den ersten Tagen der Erkrankung zu schonen und ausreichend Wasser oder Tee zu trinken.
Influenza vorbeugen
Im Rahmen der Grippeprävention werden jedes Jahr Schutzimpfungen angeboten. Die Impfung kann der Hausarzt durchführen, idealerweise vor Beginn der Grippesaison. Die Impfung sollte möglichst vor der Grippewelle erfolgen, kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein.
Der aktuelle Grippeimpfstoff schützt vor mehreren Influenzaviren. Da sich die Influenzaviren laufend verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr an die aktuell erwarteten Virustypen angepasst. Eine dauerhafte Immunität wird durch die Impfung nicht erreicht. Die Grippeimpfung wird insbesondere für Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfohlen, beispielsweise für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen.2
Hygienische Maßnahmen
Um einer Ansteckung mit Influenzaviren vorzubeugen, können einfache Hygienemaßnahmen das Infektionsrisiko verringern. Gerade in der Grippesaison sollten die Hände regelmäßig und gründlich gewaschen werden, insbesondere nach dem Kontakt mit möglicherweise verunreinigten Oberflächen und nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten. Beim Husten und Niesen sollte die Armbeuge oder ein Taschentuch verwendet werden. Auch regelmäßiges Lüften und das Meiden enger Kontakte zu erkrankten Personen können dazu beitragen, eine Ansteckung zu vermeiden.
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Quellen
1https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Influenza/FAQ_Liste.html (Link zuletzt aufgerufen am 06.10.2026 um 11.58 Uhr)
2https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ_Liste_Impfempfehlung.html (Link zuletzt aufgerufen am 06.10.2026 um 12:24 Uhr)
https://gesund.bund.de/grippe-influenza