Sparmedo Ratgeber

Scharlach

Aktualisiert am 01.10.26

Bei Scharlach handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem Kinder und Jugendliche betrifft, aber auch bei Erwachsenen auftreten kann. Ausgelöst wird Scharlach durch Streptokokken der Gruppe A. Diese Bakterien können bestimmte Giftstoffe (Toxine) bilden, die unter anderem für den typischen, kleinfleckigen Hautausschlag verantwortlich sind. Häufig treten außerdem plötzliches Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Scharlach kann mehrfach auftreten. Nach einer Erkrankung besteht kein umfassender Schutz vor einer erneuten Infektion, da verschiedene Streptokokken-Stämme und Toxine beteiligt sein können.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Ursachen
  2. Symptome
  3. Diagnose
  4. Therapie und Behandlung
  5. Scharlach vorbeugen

Verbreitung & Häufigkeit

Scharlach gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten bei Kindern. Besonders häufig erkranken Kinder zwischen fünf und 15 Jahren. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich mit Scharlach anstecken. Pro Jahr erkranken etwa 5 von 1.000 Kindern an Scharlach.1 Besonders häufig tritt die Erkrankung in Gemeinschaftseinrichtungen und in der kälteren Jahreszeit auf.

Eine Impfung gegen Scharlach gibt es bislang nicht. Dennoch lässt sich das Ansteckungsrisiko durch bestimmte Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen verringern, zum Beispiel durch gründliches Händewaschen und das Vermeiden enger Kontakte zu erkrankten Personen, solange diese ansteckend sind.

Deutschlandweite Verbreitung

Scharlach ist in Deutschland nicht bundesweit meldepflichtig. Das Robert Koch-Institut erhält deshalb nur begrenzt Daten zur tatsächlichen Häufigkeit der Erkrankung. Zusätzlich bestehen in einzelnen Bundesländern eigene Regelungen zur Meldepflicht.

Scharlach kann mehrfach auftreten, da eine überstandene Erkrankung nicht zuverlässig vor einer erneuten Infektion schützt. Zwar können A-Streptokokken auch bei Menschen im Rachen vorkommen, ohne Beschwerden zu verursachen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen andere anstecken, ist jedoch sehr gering.

Ursachen für Scharlach

Auslöser für eine Scharlach-Erkrankung

Verantwortlich für eine Scharlach-Erkrankung sind Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes). Hierbei handelt es sich um grampositive Bakterien. Die Bakterien können bestimmte Toxine produzieren, welche für die charakteristischen Scharlach-Symptome verantwortlich sind. Da verschiedene Streptokokken-Stämme und Toxine beteiligt sein können, sind auch mehrfache Infektionen mit Scharlach möglich. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel ein bis drei Tage, kann aber auch länger sein.2

Ansteckung mit Scharlach

Eine Ansteckung mit Scharlach erfolgt in den meisten Fällen über Tröpfchen, das heißt beispielsweise durch Husten, Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person. Auch eine Übertragung über erregerhaltiges Sekret, das über die Hände in Mund oder Nase gelangt, ist möglich. In seltenen Fällen kann die Ansteckung auch über verunreinigte Gegenstände oder Lebensmittel erfolgen.3

Nicht nur erkrankte Personen können Streptokokken der Gruppe A übertragen. Auch Menschen, die die Bakterien im Rachen tragen, ohne selbst Beschwerden zu haben, kommen grundsätzlich als Überträger infrage. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch symptomlose Träger ist jedoch sehr gering.4

Ohne wirksame Behandlung können Erkrankte bis zu drei Wochen ansteckend sein. Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie besteht bei einer Racheninfektion in der Regel nach 24 Stunden keine Ansteckungsgefahr mehr.5 Gemäß § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Erkrankte mit Scharlach Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten zunächst nicht besuchen. Nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie und bei gutem Allgemeinzustand ist eine Wiederzulassung in der Regel nach 24 Stunden möglich.6

Symptome

Typische Scharlach-Symptome

Im Allgemeinen ähneln die Symptome einer Scharlach-Infektion denen einer typischen Streptokokken-Angina. Zusätzlich kommen aber noch charakteristische Scharlach-Symptome hinzu, die durch die von den Bakterien gebildeten Toxine hervorgerufen werden.

Allgemeine Symptome einer Scharlach-Infektion:

Zusätzliche, charakteristische Symptome einer Scharlach-Erkrankung:

Darüber hinaus können bei der ärztlichen Untersuchung ein stark geröteter Rachen und teilweise weißlich belegte Mandeln festgestellt werden.

Symptome möglicher Komplikationen bei Scharlach

Scharlach verläuft in den meisten Fällen ohne schwerwiegende Komplikationen. Dennoch können sowohl während der Erkrankung als auch nach einer Infektion Folgeerkrankungen auftreten. Sofern entsprechende Beschwerden oder ungewöhnliche Symptome auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Mögliche Komplikationen während der Erkrankung

Mögliche Folgeerkrankungen

Diagnose

Eine Scharlach-Infektion lässt sich häufig anhand der typischen Symptome erkennen. Hierzu gehören insbesondere die charakteristischen Veränderungen im Rachen- und Mundbereich sowie der typische Hautausschlag. Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, kann zur Absicherung ein Rachenabstrich durchgeführt werden.

Schnelltests in der Arztpraxis

Zur weiteren Abklärung kann in der Arztpraxis ein Schnelltest auf Streptokokken der Gruppe A durchgeführt werden. Dafür wird ein Abstrich aus dem Rachen entnommen und direkt untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel nach kurzer Zeit vor.

Ist der Schnelltest negativ oder nicht eindeutig, kann ein weiterer Rachenabstrich zur Untersuchung in ein Labor geschickt werden. Dort kann der Erreger beispielsweise mittels Kultur oder molekularbiologischer Untersuchung nachgewiesen werden.

Scharlach - Therapie und Behandlung

Die Behandlung von Scharlach richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei Beschwerden wie Fieber und Halsschmerzen können fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sowie Bettruhe zur Linderung beitragen. Auch ausreichendes Trinken ist wichtig. Bei stärkeren Halsschmerzen können zudem Gurgellösungen zur Beschwerdelinderung eingesetzt werden.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei Scharlach nicht in jedem Fall notwendig. Insbesondere bei milden Krankheitsverläufen kann eine Behandlung ohne Antibiotika ausreichend sein. Welches Antibiotikum eingesetzt wird, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Penicillin gehört zu den möglichen Antibiotika zur Behandlung von Scharlach. Wird ein Antibiotikum verordnet, sollte es entsprechend der ärztlichen Anweisung eingenommen werden.

Scharlach vorbeugen

Keine Impfung zur Vorbeugung

Gegen Scharlach gibt es bislang keinen Impfstoff. Eine überstandene Erkrankung schützt zudem nicht zuverlässig vor einer erneuten Infektion, sodass Scharlach mehrfach auftreten kann.

Die wichtigste Vorbeugung besteht darin, eine Übertragung der Streptokokken zu vermeiden. Dazu gehören regelmäßiges und gründliches Händewaschen, die Einhaltung der Husten- und Niesetikette sowie das Vermeiden enger Kontakte zu Erkrankten, solange diese ansteckend sind.

Quellen

1,3,4https://gesund.bund.de/scharlach#haeufigkeit (Link zuletzt aufgerufen am 01.10.2026 um 08:39 Uhr)
2,5https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Streptococcus_pyogenes.html (Link zuletzt aufgerufen am 01.10.2026 um 08:50 Uhr)
6https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Wiederzulassung/Wiederzulassung_Tabelle.pdf (Link zuletzt aufgerufen am 01.10.2026 um 08:53 Uhr)


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