Sparmedo Ratgeber

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Aktualisiert am 05.10.26

Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) entsteht häufig durch wiederholte Belastung, Druck oder Reibung. Auch Verletzungen oder bakterielle Infektionen können eine Bursitis auslösen. Starke, lokal begrenzte Schmerzen, Schwellungen sowie eine verstärkte Druckempfindlichkeit zählen zu den typischen Symptomen einer Schleimbeutelentzündung.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Definition und Überblick
  2. Ursachen und Risikofaktoren
  3. Symptome
  4. Diagnose
  5. Therapie und Behandlung
  6. Schleimbeutelentzündung vorbeugen

Definition und Überblick

Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) kann akut auftreten oder über längere Zeit bestehen bleiben. Häufig entsteht sie durch eine anhaltende Reizung oder Überlastung des Schleimbeutels. Auch Verletzungen, bakterielle Infektionen oder entzündliche Erkrankungen können eine Bursitis auslösen.

Was sind Schleimbeutel?

Bei Schleimbeuteln handelt es sich um kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen aus Bindegewebe. Sie wirken als körpereigene Schutzpolster und verringern Reibung und Druck zwischen verschiedenen Geweben. Durch diese Funktion und die meist gelenknahe Position sind sie selbst jedoch auch großen Belastungen ausgesetzt. Ist diese Belastung anhaltend und hat der Schleimbeutel nicht ausreichend Zeit zur Regeneration, ist eine Entzündung die Folge.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Eine Bursitis liegt vor, wenn sich ein Schleimbeutel entzündet. Dabei sammelt sich häufig mehr Flüssigkeit im Schleimbeutel, wodurch er anschwillt und Schmerzen entstehen können.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Schleimbeutelentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören insbesondere:

Symptome

Typische Beschwerden einer Schleimbeutelentzündung sind Schmerzen, Schwellungen und eine erhöhte Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich. Die Beschwerden können plötzlich auftreten oder sich allmählich entwickeln.

Weitere mögliche Symptome sind:

Bei einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung können zusätzlich Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

Diagnose

Eine Schleimbeutelentzündung lässt sich häufig anhand der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung erkennen. Dabei wird die betroffene Stelle untersucht und abgetastet.

Bei tiefer liegenden Schleimbeuteln, beispielsweise an der Schulter oder Hüfte, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall eingesetzt werden. Röntgenaufnahmen können helfen, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Bei unklarer Ursache oder Verdacht auf eine bakterielle Entzündung können zusätzlich Blutuntersuchungen oder eine Punktion des Schleimbeutels erforderlich sein. Dabei wird die entnommene Flüssigkeit auf Krankheitserreger untersucht.

Therapie und Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Schleimbeutelentzündung. Bei einer nicht-bakteriellen Bursitis stehen zunächst die Entlastung des betroffenen Bereichs und die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Bei einer bakteriellen Entzündung ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.

Entlastung und Kühlung

Bei einer nicht-bakteriellen Schleimbeutelentzündung kann es helfen, den betroffenen Bereich vorübergehend zu entlasten und Belastungen zu vermeiden, die die Beschwerden verstärken. Kühlende Auflagen können Schmerzen und Schwellungen lindern.

Eine vollständige Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich. Die betroffene Stelle sollte vielmehr so weit geschont werden, dass schmerzauslösende Belastungen vermieden werden.

Medikamente

Zur Linderung von Schmerzen können je nach Situation Schmerzmittel eingesetzt werden. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der Ursache und den individuellen Beschwerden ab.

Bei einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung können Antibiotika erforderlich sein. Die Behandlung sollte ärztlich erfolgen.

Punktion

Bei einer ausgeprägten Flüssigkeitsansammlung kann der Schleimbeutel punktiert und Flüssigkeit entnommen werden. Bei Verdacht auf eine bakterielle Entzündung kann die Flüssigkeit untersucht werden, um Krankheitserreger nachzuweisen.

Kortisoninjektionen

Bei einer länger anhaltenden, nicht-bakteriellen Schleimbeutelentzündung kann unter bestimmten Umständen eine Kortisoninjektion in den Schleimbeutel infrage kommen. Bei einer bakteriellen Bursitis sollte kein Kortison in den entzündeten Schleimbeutel gespritzt werden.

Bursektomie

Bei einer dauerhaft bestehenden oder immer wiederkehrenden Schleimbeutelentzündung kann in bestimmten Fällen eine operative Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie) erforderlich sein.

Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist

Bei starken oder zunehmenden Beschwerden, deutlicher Rötung und Überwärmung, Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine bakterielle Schleimbeutelentzündung vorliegt. Auch wenn die Beschwerden trotz Schonung nicht besser werden oder wiederholt auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Schleimbeutelentzündung vorbeugen

Eine Schleimbeutelentzündung lässt sich nicht immer verhindern. Das Risiko kann jedoch reduziert werden, indem wiederholter Druck und starke Belastungen möglichst vermieden werden.

Schleimbeutel entlasten

Wer häufig kniet oder die Ellenbogen auf harten Unterlagen abstützt, kann die betroffenen Stellen durch geeignete Polster oder Schutzausrüstung entlasten. Auch regelmäßige Pausen bei wiederholten oder belastenden Tätigkeiten können helfen, eine Überlastung zu vermeiden.

Zugrundeliegende Erkrankungen behandeln

Erkrankungen wie Gicht oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen können Schleimbeutelentzündungen begünstigen. Eine geeignete Behandlung dieser Erkrankungen kann daher dazu beitragen, erneuten Entzündungen vorzubeugen.


Quellen

https://www.gesundheitsinformation.de/schleimbeutelentzuendung.html
https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-eine-schleimbeutelentzuendung-behandelt-werden.html
https://gesund.bund.de/schleimbeutelentzuendung


Passende Beiträge zum Thema

Hausapotheke mit Schüssler Salzen
Hausapotheke mit Schüssler Salzen

Verfasst am 02.12.2013

Schüssler Salze können als effektive Alternativmethode zu herkömmlichen Medikamenten eingesetzt werden und verschiedene Beschwerden lindern. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Hausapotheke mit Schüssler Salzen.

mehr erfahren

Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen
Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen

Verfasst am 03.12.2013

Arzneimittelfälschungen entwickeln sich weltweit zu einer immer größer werdenden Bedrohung für die Gesundheit. Die WHO geht davon aus, dass in Industrieländern bis zu sieben Prozent und in Entwicklungsländern 30 bis 70 Prozent der Arzneimittel Fälschungen sind. Bildnachweis: Mara Zemgaliete - Fotolia.com

mehr erfahren